Kann der Ort an dem wir Leben unsere Kleidung beeinflussen? Klar, wer in einem Schloss wohnt, der kleidet sich auch dementsprechend. Aber meistens ist so jemand auch Graf oder Fürst und ist in diesen Lifestyle schon hineingeboren und wenn nicht, dann gibt er sich Mühe, so zu tun als ob. Aber mal angenommen, jemand zieht in ein Wohnhaus ein, dessen Treppenhaus ganz gelb gestrichen ist und jedes Mal, wenn er die Wohnung verläßt und wieder zurückkommt, wird er in Gelb getaucht und so langsam sickert das Gelb in ihn ein. Gelb ist eine positive Farbe und verbessert vielleicht seine Laune, gibt ihm warme und heimelige Gefühle. Aber würde er auch anfangen sich gelb zu kleiden? Kein bewußtes ‚OK, heute ziehe ich mich passend zu meinem Treppenhaus an‘, sondern mehr unterbewußt, als ob das Gelb schon ein selbstverständlicher Teil seiner Persönlichkeit geworden wäre. Darüber habe ich ehrlich gesagt bislang auch noch nie nachgedacht. Bis Jörg und ich die entzückende Dame auf dem Bild trafen, die (nachdem sie uns erwischt hatte, wie wir unerlaubterweise Fotos in ihrem Hinterhof schossen) liebenswürdig genug war uns das Innere des Hauses zu zeigen, in dem sie seit stolzen 40 Jahren wohnt. Dem einen oder anderen mag aufgefallen sein, daß ihr Pullover mit den grafischen Mustern tatsächlich zur Wandbemalung im Eingangsbereich passt.

Jörg trägt eine Jacke von Samsoe+Samsoe, eine Öko-Jeans von Kyuchi, einen Pullover von Redfield, eine Mütze, die ich gestrickt habe, Schuhe von Clark’s, eine alte Brille von Robert La Roche, einen Stoffbeutel von der letzten FotoDoks und einen Schal aus Marokko.

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@Julia Richter

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