©apersonalstyle.com
©apersonalstyle.com
Das neue Jahr hat angefangen. Einen Monat ist es schon alt und ganz langsam schleicht sich bei mir das Gefühl ein, dass es ein aussergewöhlich gutes sein wird! Ich gebe zu, das liegt wohl auch ein wenig an meiner leicht kindischen Erwartungshaltung – hey, 2018, Du schuldest mir was, 2017 war so anstrengend und fies zu mir, da lässt Du Dir für 2018 gefälligst was Nettes einfallen! Ich weiss, da spricht nicht die Vernunft, aber ich glaube einfach an ausgleichende Wiedergutmachung. Ein Jahr lang wandere ich im düsteren Tal herum, muss Felsbrocken überwinden, im nächsten Jahr tänzle ich mühelos und trällernd die saftigen Wiesen der sonnigen Berggipfel hinunter. Einen Abend gibt es Eis und Pizza, am nächsten Morgen dafür Chia Pudding und Obst. So ist meine Rechnung.
Also, 2018, her damit! Es ist Deine Pflicht, Gutes vor mir auszubreiten und meine, zuzugreifen. Ich bin gespannt, was es sein wird….
Letztes Jahr habe ich im Übrigen ein paar Langzeit-Experimente gestartet, in meiner Bemühung die Welt zu retten/ ein besserer Mensch zu werden. Jetzt ist Zeit für eine kleine Auswertung.
Zum Beispiel habe ich mit meiner Bequemlichkeit ein bisschen herumexperimentiert. Eine ganz softe Version des ‚Modern-Lifestyle‘ Entzugs. So wenig Müll wie möglich produzieren ist mein Thema. Plastik vermeiden.
Ich werde es nie zum Zero Waste Olymp schaffen, das ist mir klar, das geht einfach nicht, wenn man arbeitet, Familie hat und nicht auf dem Bauernhof als Selbstversorger lebt. Aber ich versuche herauszufinden, wie weit ich gehen kann.
Ich kaufe und nehme KEINE Plastiktüten mehr. Das ganz letze Jahr keine einzige, glaube ich. Ich verwende gebrauchte nochmal, klar, aber ich habe es mir im letzten Jahr zur Gewohnheit gemacht, mir in jede Tasche und jeden Rucksack Tüten und Taschen in jeglicher Variation zu stopfen, so dass ich nie in Versuchung komme, eine neue zu nehmen. Das ging eigentlich ganz einfach. Käse-und Fleischtheken sind schwierig, da geht s meist nicht ohne Plastik, aber auf unserem Wichenmarkt dark ich z.B. eigene Verpackung mitbringen.
Ich benütze KEIN Shampoo und Flüssigseife in Plastikflaschen mehr. Das ganze Jahr habe ich für Körper, Haare und Hände Seifenstücke verwendet. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich eine Haarseife gefunden hatte, die das Haar nicht klebrig und schlapp aussehen liess, aber ich war erfolgreich und bin ganz glücklich damit. Ein paar Plastikflaschen weniger in meiner Müllbilanz.
Ich kaufe unterwegs KEINE, also NIE, Einweg Kaffeebecher. Wenn ich meinen Mehrwegbecher vergessen habe, dann trinke ich entweder keinen Kaffee oder ich setze mich kurz hin und trinke einen vor Ort.
Ich kaufe KEINE kleinen Einweg Plastikflaschen mehr unterwegs. Ich versuche immer eine kleine Flasche dabeizuhaben, die ich mir bei jeder Gelegenheit wieder auffülle. In die kleinsten Handtaschen quetsche ich noch eine Flasche hinein. Das geht, wirklich.
Ich kaufe KEIN in Plastik verpacktes Obst und Gemüse mehr. Das ist nicht immer einfach, besonders wenn man gerne Bio isst und nur noch Zeit für den nächsten Supermarkt hat, aber es geht.
Ich mache nicht mehr spontane Ersatzbefriedigungseinkäufe. Das stimmt nicht ganz. Ich arbeite noch daran. Aber ich versuche Zara, H+M, Mango und wie sie alle heissen zu vermeiden. Das ist zugegeben die härteste Herausforderung für mich, da ich ein Mode-Junkie bin und meine grösste Freude die ständige Neuinszenierung ist. Aber wenn der Drang in mir unbezwingbar wird, dann steuere ich sofort den nächstgelegenen Second Hand Store/ Oxfam an und ich versuche dort meine Bedürfnisse zu stillen. Und nicht zum immer grösser werdenden Berg der Wegwerfklamotten beizutragen. Das klappt meistens, nicht immer, aber ich werde besser. Und wenn ich wirklich mal etwas Tolles und Neues will, dann soll es aber auch etwas ganz Spezielles sein, von guter Qualität, möglichst nachhaltig produziert.
Das waren einige meiner Vorsätze für 2017 und da sie alle damit zu tun haben etwas NICHT zu tun, sind es eben meine NICHT-Vorsätze. Ich werde sie 2018 weiterführen, das NICHT ausbauen, soweit es geht.
Es gibt aber auch ein paar Dinge auf die ich einfach ganz schwer verzichten kann. Ich liebe Kosmetik, liebe es, neue Wundermittel und Tinkturen auszuprobieren, Cremes und Tiegelchen. Unglücklicherweise sind diese Tiegelchen sehr oft aus Plastik. Ich versuche schon nur die Glasbehälter zu nehmen (die haben auch Plastikdeckel), kaufe Naturkosmetik und mache einige Öls und Cremes auch selber. Aber es gibt Momente, da komme ich ins straucheln, da streckt diese wahnsinns neue verjümngend Wundercreme mit Vitamin ABCDE ihre perfekt manikürten Händchen nach mir aus und ich ergreife sie willenlos. Ein bisschen Luxus braucht jeder ab und zu, sage ich jetzt einfach mal nicht sehr überzeugnd. Dafür nehme ich auch wenn’s regnet das Rad. Ausgleichende Wiedergutmachung, oder so.

Sonya sitzt zwischen wiederverwendeten Glasflaschen von True Fruits und einem wiederverwendbaren Becher von BambooCup, darunter eine Honig Seife von Speick und 2 Seifen von Savon du Midi, darunter drei Taschen, von Bonton, Marimekko und Lothringer13 (links nach rechts).

ALLE FRÜHEREN POSTS ZU ‚RETAIL-THERAPIE’….

©apersonalstyle.com
©apersonalstyle.com

2 comments

Liebe Julia
das Thema beschäftigt mich auch immer wieder sehr.
Ich finds nicht so leicht, ein Weg zu finden, zwischen dem Stress alles richtig machen zu wollen und resigniert aufzugeben.
Jetzt mach ich einfach das, was ich relativ einfach umsetzen kann
und da geht ja auch einiges, wie du es so schön beschreibst.
Jedenfalls wünsch ich dir ein richtig gutes 2018!!!
Alles liebe
Ruth

Liebe Ruth,
vielen Dank Dir. Wenn das Besusstsein schon mal da ist, dann sind die nächsten Schritte eigentlich gar nicht so schwer.
Resignieren ist keine Option, finde ich. Resignieren tut man nur, wenn man den Anspuch an totale Konsequenz stellt. Das schaffen die allermeisten nicht. Inklusive mir. Aber wenn man den absoluten Anspruch mal sausen lässt und sich überlegt, wo’s eigentlich gar nicht so weh tut sich umzustellen und was einem eigentlich am meisten gegen den Strich geht, dann kann man doch ganz entspannt dran gehen. Ich rechne so:
Normalerweise würde ich ungefährjede Woche 1-2 Kaffee to go trinken. Das sind 52 – 104 im Jahr, wenn ich das mal Einwohner in München nehme, das sind gute 1,4 Mio., dann sind wir bei….das kannst Du selber ausrechnen, auf jeden FAll ist es ein riesiger Berg und wenn man das jetzt auf Deutschland/ Europa/ die Welt hochrechnet, dann läppert sich doch was zusammen, was hergestellt, weggeworfen und entsorgt werden muss. So mach ich es bei jeder Plastiktüte, die ich NICHT nehme, jeder Shampooflasche, die ich vermeide etc etc., ich rchne mich selber hoch auf den Rest der Menschheit. Und wenn das nun auch weitererzählt, dann werden vielleicht immer mehr Menschen auch inspiriert – naja und so kann man doch was bewegen. Nicht die ganze Welt an einem Tag retten vielleicht, aber vielleicht ein bisschen dazu beitragen. Ohne dass es wehtut.
Liebe GRüße,
Julia
Und so funktioniert’s.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Required fields are marked *