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Ein Mann in einem Overall ist entweder ein Klempner, ein Anstreicher oder ein Tatort-Spurensicherer. Oder ist gerade dabei sich aus einem Flugzeug zu werfen mit einem Fallschirm auf dem Rücken (hoffentlich). Wer einen Overall trägt möchte sicher gehen, dass nichts von aussen nach innen gelangt (Farbe, Abwasser-Schlamm) oder umgekehrt (Spurensicherung). Abgesehen davon ist ein Overall tatsächlich nicht besonders praktisch. Wer auf die Toilette muss, der muss sich erst halb ausziehen und überdies noch höllisch aufpassen, dass das Oberteil nicht den Boden reinigt (oder noch schlimmeres). Wer schwitzt, kann sich das Oberteil nicht ausziehen. Wer sich oben bekleckert, der muss ein Riesenteil waschen, obwohl das Unterteil noch blitzsauber ist. Was ist es also, das Männer und Frauen gleichermassen so zum zu diesem unpraktischen Kleidungsstück hinzieht? Ich habe eine Theorie. Wir sind alle Multi-Tasker, wir arbeiten, telefonieren, gehen, essen, trinken gleichzeitig, wir müssen immer für alles gerüstet sein, wer weiss, was der Tag bringt. Einen Overall anzuziehen am Morgen bringt Einfachheit. Ein Teil, rein und fertig. Los geht’s mit dem Arbeitstag. Ein klassisches Arbeiter-Outfit. Hat etwas Sozialistisches. Die Individualität verschwindet hinter der Uniform. Aber stop mal. Wenn ich einen Overall anziehe, dann möchte ich doch gerade individuell sein! Genau! Und Jörg ist auch weder ein Klempner noch ein Spurensicherer. Ist das nun Ironie oder Arroganz? Sich gegen die Dresscodes zu widersetzen? Vielleicht ist es aber auch viel einfacher. Wann haben wir denn alle Overalls getragen? Strampelanzüge? Als wir Babies waren, Kinder. Vielleicht wollen wir ja auch nur wieder das Kind wiederfinden, das wir mal waren. Bereit für alle Abenteuer, die Ozeane überqueren in kleinen Flugzeugen, Katzensocken tragen..

Jörg trägt einen Overall von Carhartt Work in Progress und Desert-Boots von Clarks.
Dank an die Lothringer 13 Halle und den Förderpreis der Stadt München für die tolle Location und Ausstellung.
Kunstwerke in den Bildern: Bambus von Raphael Krome, Brunnenabdeckung von Sofia Dona.

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