‚New Romatic‘ war eine Mode- und Musikbewegung, die Anfang der 80er Jahre in London eine kurze Blütezeit hatte. Adam Ant, Duran Duran, Spandau Ballet waren nur ein paar Vertreter, die dieser schillernden Bewegung angehörten. Es begann alles in einem Club in London, dem ‚Blitz‘, der im Grunde genommen nur eine Bestimmung hatte, nämlich David Bowie und seinen unnachahmlichen Style zu huldigen. Die Tür war hart und es gab nur eine Regel – je exzentrischer, desto besser (Mick Jagger wurde ungerührt abgewiesen weil sein Outfit zu ‚Rock ’n Roll‘ war). Viel Make-up, geschlechtsübergreifende Kleidung, Tonnen von Haarspray und ein Meer von Rüschen waren die Erkennungszeichen dieses sehr speziellen Style-Zirkels, der die Mode weit über die Grenzen seiner kurzen Lebensdauer beeinflusste. Er leitete den Wandel einer Ära ein, weg von der aufmüpfigen Post-Punk und New Wave Bewegung hin zu einer geniesserischen Selbstdarstellung und eines Dandy-tums, den Bryan Ferry, Boy George und ihresgleichen zelebrierten (Boy George hatte, nebenbei bemerkt, seine Karriere als Gardrobier im Blitz gestartet). In einem wirtschaftlich gebeutelten England mit hoher Arbeitslosigkeit zeigten die Blitz Kids der harten Wirklichkeit auf ihre Art den Mittelfinger und ließen sich treiben in ihrem eigenen Universum aus Fantasie und Romantik. Das ist vielleicht gar kein so schlechter Weg, um mit unsicheren und beunruhigenden Zeiten umzugehen. Besser auf jeden Fall als sich in Ängsten und Beklemmungen zu verlieren. Vielleicht sollten wir alle mehr Rüschen tragen. Besonders in England.

Olivia trägt eine vintage Bluse, Hut und Gürtel von ihrer Mutter, eine Hose von Tally Weill, eine Brille von Krass und Schuhe von Dune.

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©Julia Richter

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